kalenderblatt vom 19. April 2019

Losung

Gott hat mich wachsen lassen in dem Lande meines Elends.

1. Mose 41,52

Lehrtext

/Einer der Übeltäter, die am Kreuz hingen, sprach:/ Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.

Lukas 23,42-43

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 14. April 2019 bis Samstag, 20. April 2019

Spruch

Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit ale, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Johannes 3,16)
 

Feiertag

Tag der Kreuzigung des Herrn (Karfreitag)

Erklärung

Der Palmsonntag eröffnet die Karwoche. Übereinstimmend berichten die Evangelisten von einem Einzug Jesu in Jerusalem. Er reitet auf einem Esel, das Volk am Straßenrand empfängt ihn wie einen König: eine Szenerie, die Herrschaft aber Verzicht auf Macht, Gewalt und Reichtum vereint. Die Hoffnung auf einen König nach Gottes Art erscheint erfüllt.
Doch eine solche Herrschaft steht den Interessen weltlicher Machthaber entgegen. Mit ihren Mitteln durchkreuzen sie Gottes Herrschaftsabsichten. So scheint alles beim Alten zu bleiben auf Erden: Herrschsucht, Willkür, Brutalität, Leiden, Tod. Der gerade noch gefeierte Gotteskönig wird hingerichtet. Am Karfreitag gedenken Christen dieses Geschehens. 
Am Vortag aber wird bereits ein anderer Akzent gesetzt: Weiß als liturgische Farbe deutet bereits auf das Osterfest hin, Weiß als Symbol für Licht inmitten der Finsternis. Der Gründonnerstag erinnert an die erste Abendmahlsfeier. Jesus feiert mit seinen Freundinnen und Freunden das Passahmahl und deutet es neu. Durch ihn wird das Festmahl, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Zwangsherrschaft erinnert, zum Mahl, das den Anbruch von Gottes Herrschaft markiert und so voller Vorfreude gefeiert werden kann. 

Thema

Karfreitag

Joh 19, 16-30

Sie nahmen ihn aber,

17 und er trug selber das Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha.

18 Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte.

19 Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. 

20 Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache.

21 Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: Der Juden König, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der Juden König.

22 Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.

23 Die Soldaten aber, da sie Jesus gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch den Rock. Der aber war ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück.

24 Da sprachen sie untereinander: Lasst uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wem er gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt (Psalm 22,19): »Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.« Das taten die Soldaten.

25 Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena.

26 Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn!

27 Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.

28 Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet.

29 Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysop und hielten ihm den an den Mund.

30 Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und neigte das Haupt und verschied.

Andacht der Woche

Weinen müssen wir nicht lernen. Das ist angeboren. Was wir lernen, ein Leben lang, ist das Unterdrücken der Tränen. Mal gelingt es besser, mal schlechter. Aber jeder Mensch weint. Meist tun wir das im Verborgenen, denn es gibt nur ein paar Gelegenheiten, in denen das Weinen in der Öffentlichkeit erlaubt ist: Bei einem traurigen Abschied, am Grab, einem großen Schmerz. Ansonsten gilt: Tränen sind Zeichen von Schwächen, …“Jungs weinen nicht!“

Gott sei dank stimmt das nicht, und es wird wohl viel, viel mehr geweint, als wir denken. In Kinos und Theatern, aber vor allem dort, wo es niemand sieht: zuhause, im Stillen, manchmal unter der Bettdecke.

 

Wir müssen unsere Tränen nicht verstecken. Auch die Bibel ermutigt uns zum Weinen. Wir erinnern uns am Karfreitag an das Leiden und den Tod Jesu. An das stumme, stille Ertragen des Schmerzes aber auch seine gebrüllte Klage. Als Jesus am Karfreitag sah, dass Frauen um ihn weinten, sagte er: „Weint nicht um mich, sondern weint um euch und eure Kinder“. 

Um was weinen wir?

 

Ich denke, es gibt Vieles, über das wir keine einzige Träne vergießen, obwohl es doch zum Heulen ist.  Wer weint darüber, dass ein ungerechtes Wirtschaftssystem und unsere Gleichgültigkeit tagaus, tagein abertausende von Menschen verhungern lassen? Wer weint darüber, dass Gerechtigkeit auf diesem Planeten für die Mehrheit der Menschen nur ein Wort ist und eine ferne Hoffnung bleibt? 

Um was weinen wir?

 

Denken wir zurück an die Tränen, der letzten Monate. Welche Trauerfälle, welche Abschiede ließen im vergangenen Jahr unsere Tränen fließen. Mit wem haben wir, eng umschlungen geweint. Welche Nachrichten rührten uns zu Tränen, so dass wir uns öffneten, ob wir wollten oder nicht, und unser Innerstes zeigten? 

All diese Tränen waren Traurigkeit und Entlastung für uns selbst, aber auch eine ganz persönliche Botschaft an andere - auch an Gott.

 

Tränen sind Fürbitten ohne Worte. Und auf diese Fürbitten antwortet Gott. Die Bibel erzählt wie Gott einmal auf einen kranken König (Hiskia) antwortet: “Ich habe dein Gebet gehört, ich habe deine Tränen gesehen. Siehe, ich will dich heilen“. 

Tränen sind Fürbitten ohne Worte. Und sie halten die große Hoffnung fest, dass das Weinen einmal ein Ende haben wird, so wie es ganz am Ende der Bibel steht:

„Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das erste ist vergangen“ Off 21,4

  

Landesbischof Ralf Meister

Liturgische Farbe

schwarz KB

Schwarz als Abwesenheit von Farbe, als Trauerfarbe, bestimmt Karfreitag, Karsamstag und Totensonntag

Bild: Klaus Brinkmann

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.:Liturgisches Kompendium

Moment Mal

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Erfahrungen des menschlichen Alltags, aus dem Glauben gedeutet - Eine Reihe zum kurzen Innehalten im schnellen Lauf der Zeit - Autorin: Susanne Richter

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Morgenandacht

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War alles wie immer? Oder haben sie gespürt, dass etwas anders ist? Dass es das letzte Essen mit Jesus sein wird? Die Morgenandacht von Iris Macke.

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Wochenlied

Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld (EG 83) undChriste, du Schöpfer aller Welt (EG 92)

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